Donnerstag, 21. Februar 2008

Einschreibung, Maori-Zeremonie und Umzug …etc

Meine Erlebnisse vom 14. Februar bis heute

So, mittlerweile haben wir schon Donnerstag, den 21. Februar, ich habe mich eingeschrieben, wurde nach Maori-Tradition an der VUW empfangen, bin umgezogen, sitze nun in meinem Zimmer und denke mir, dass ich ein wenig zu den letzten Tagen schreiben sollte – los geht’s.

Die Einschreibung an der VUW (Victoria University of Wellington) ging glücklicherweise recht problemlos – einziger Knackpunkt: Anstelle der bezahlten $5.200 wollten sie plötzlich stolze $18.000 von mir haben, was den Gebühren für internationale Studenten entspricht. Aufgrund eines Abkommens zwischen Deutschland und Neuseeland (und Frankreich) müssen wir aber glücklicherweise nur die „domestic fees“, also dieselben Gebühren wie die Neuseeländer bezahlen. Ein paar Gespräche und ein paar Weiterleitungen an verschiedene Büros später war das Problem dann geklärt und ich musste lediglich $55 nachzahlen. Ein sehr guter Deal, was?
Später am selben Tag war dann eine Bustour für neue Studenten, die leider total langweilig war, da der Fahrer sich selbst am Lustigsten fand, viel zu eilig durch die Stadt gefahren ist und uninteressante Dinge erzählt hat. Deshalb bin ich im Anschluss mit Martine (einer Studentin aus dem frankophonen Teil Kanadas) auf den Mount Victoria gefahren, wo man einen phantastischen Blick auf Wellington und den Flughafen hat. Ich hab’ auch viele Fotos gemacht, die es alle im Album zu bewundern gibt.





Übrigens habe ich auf dem Weg hinunter in die Stadt vom Mount Victoria auch meine erste Begegnung mit einem Drehort des Herrn der Ringe gehabt!! Dieser wurde, wie nicht anders zu erwarten war, mit Wegmarkern ausgeschildert und nach einigem Suchen war man schließlich an genau dem Punkt im Wald, an welchem Frodo seine Kumpanen vor der Ankunft des Schwarzen Reiters warnt - sehr spannend! Und vor allem ein schönes Plätzchen!





Abends gab’s schließlich ein kostenloses Konzert am Wasser von einer Band aus Wellington namens „The Phoenix Foundation“ – ich würde mal sagen irgendwo zwischen Rock, Indie und Folk, aber gar nicht schlecht. Das Ambiente war jedenfalls klasse. Bier wird hier übrigens kaum öffentlich verkauft, wohl weil man an öffentlichen Plätzen kein Alkohol trinken darf. Also haben wir uns in einem Supermarkt einen 12er-Pack Bierdosen gekauft und diese zur Musik genossen.

Wirklich spannend wurde es dann am Freitag, als wir mit einem traditionellen Maori Zeremoniell (Powhiri – gesprochen: Pófiri) an der VUW willkommen geheißen wurden. Die Zeremonie fand im universitätseigenen Marae (das ist das traditionelle Haus der Marae – siehe Fotos) statt. Zunächst wird man draußen willkommen geheißen und wenn man in Frieden kommt (was wir natürlich sind), dann kann man das Haus betreten – die Männer im Hintergrund und die Frauen vorne. Mit dem Betreten des Marae begibt man sich vom Bereich der Götter des Krieges (draußen) in den Bereich der Götter des Friedens (drinnen). Links vom Eingang sitzen die „Stammesführer“ bzw. die hochrangigen Personen des Marae. Nachdem alle Platz genommen hatten begann schließlich der Sprecher der Stammesführer des Marae mit einer Rede (auf Maori), in welcher wir und vor allem auch unsere Vorfahren im Marae und im Stamm willkommen geheißen wurden. Die Vorfahren spielen bei den Maori eine zentrale Rolle – sie werden besonders verehrt und demnach ist auch das Marae an sich komplett den Vorfahren gewidmet.



Wie man auf den Fotos sieht, sind die Wände rundherum mit Holzpanelen verziert, welche jeweils einen bestimmten Ahnen bzw. eine bestimmte Ahnenlinie repräsentieren. Es ist ein zentraler Glaube der Maori, dass man mit seinen Vorfahren lebt und durch das Leben geht, dass sie einen quasi begleiten.
Aber zurück zur Zeremonie – wir wurden also von dem Sprecher des Stammes willkommen geheißen („Haere mai“ bedeutet soviel wie „Sei willkommen“) und seine Rede wurde abgeschlossen mit einem Gesang der Stammesführer, dem so genannten Waiata.
Im Anschluss folge die Rede unseres Vertreters, also dem Maori-Vertreter, der repräsentativ für die neuen internationalen Studenten auf die Rede der Stammesführer antwortete. Natürlich auch auf Maori. Und im Anschluss daran – richtig – haben auch wir ein waiata gesungen, welches uns zuvor beigebracht wurde. Der Text ist auf einem der Fotos im Album zu sehen – also viel Spaß beim Singen :-)



Nachdem all die Formalitäten vorüber waren, wurde ein Teil von uns mit dem Hongi (dem Nasenkuss) willkommen geheißen – leider nicht alle aus der Gruppe, da es sonst viel zu lange gedauert hätte. Damit waren wir also alle formell im Stamm willkommen geheißen worden und die Leiterin des Marae, Te Ripowai Higgins, erklärte uns bestimmt eine Stunde lang die Geschichte des Marae sowie dessen Aufbau und die Hintergründe einer Vielzahl der Holzpanele an den Wänden. Demnach begann in den 1980er Jahren eine Gruppe von Maori-Studenten damit, eben diese Holzpanele zu schnitzen, da es ihr Traum war, ein eigenes Marae auf dem Universitätscampus zu besitzen – etwas, was es zu der Zeit an keiner Universität gab – aber ohne zu wissen, ob es ihnen gestattet werden würde. Glücklicherweise wurde ihr Vorhaben genehmigt und so konnte Mitte der 1980er das erste Marae an einer neuseeländischen Universität eingeweiht werden, mit dem Namen Te Herenga Waka (was, glaube ich, soviel heißt wie „Treffpunkt vieler Kulturen“).



Im Anschluss an die Zeremonie ist es traditionell üblich, dass alle neu willkommenen Mitglieder mit einem reichhaltigen Essen begrüßt werden – und natürlich hat mir das sehr gut gefallen! Es gab allerlei Kleinigkeiten zu essen und viele Früchte, so dass ich am Ende ordentlich gestärkt war. Dabei habe ich mich mit einer Frau unterhalten (Trish), die ab und zu in dem Marae aushilft und mir einiges über die Aktivitäten erzählt hat. Demnach sind wir nun alle, nach dem Powhiri, immer wieder herzlich im Marae willkommen – sei es bspw. um uns zu erholen oder um Mittag zu essen. Montags bis Freitags gibt’s dort nämlich für nur $4 ein reichhaltiges Mittagessen, welches ich garantiert in Anspruch nehmen werde!! Außerdem gibt es wohl auch Kurse zur Maori-Kultur etc. Da das Marae quasi direkt gegenüber von mir liegt (ich kann es von meinem Fenster aus sehen), werde ich da sicher des Öfteren hingehen.

Kommen wir zum Wochenende. Das einzig Interessante am Samstag waren die Festivitäten zum 10l. Geburtstag des „Te Papa“, dem neuseeländischen Museum direkt am Wasser gelegen. Dieses ist eines der modernsten Museen weltweit – jedenfalls rühmt es sich damit. Ich bin mit ein paar anderen internationalen Studenten dort gewesen und wir haben uns neben einem Hula-Workshop (in dem ich nicht mitgemacht habe) eine moderne Maori-Tanzgruppe angeschaut, die wirklich hervorragend war. Der traditionelle Maori-Kampftanz ist der Haka und diesen hat die Gruppe in verschiedensten Variationen und mit viel starkem und, vor allem, schönen Gesang modern interpretiert. Sehr sehr beeindruckend!
Am Sonntag stand schließlich – endlich! – der Umzug in meine neue Wohnung an. Um 10 Uhr kam also das Taxi, welches mich sämtliche Serpentinen aufwärts zum VUW Campus gefahren hat, von dem aus es nur wenige Minuten (aber trotzdem eine Reihe von Treppen) zur Wohnung ist. Ich habe wirklich Glück gehabt mit dem Zimmer – die Aussicht könnt ihr ja auf den Fotos bewundern, die Lage ist super und meine vier Flatmates sind alle sehr nett. Praktisch ist, dass alle gerne kochen – und Sam und Amy vor allem gern Asiatisch…also perfekt!


Mein Zimmer


Da ich allerdings keine Bettwäsche hatte, musste ich noch mal runter in die Stadt wandern und mir mühsam das beste fürs wenigste Geld heraussuchen…schließlich habe ich für $110 (ca. 60EUR) alles zusammengekriegt – Decke, Kissen, Bezüge und Bettlaken. Ein guter Deal wie ich finde. Im Anschluss habe ich dann noch den kleinen Supermarkt hier um die Ecke aufgesucht, da meine Flatmates immer Samstags groß einkaufen gehen (Amy hat ein Auto) und ich dies verpasst habe, da ich ja Sonntag eingezogen bin. Auf dem Weg zum Supermarkt habe ich etwas ganz hervorragendes entdeckt – „An Original German Bakery“!! Wie original deutsche diese Bäckerei tatsächlich ist, wird sich noch herausstellen müssen, aber wenn ich glück habe, dürften damit meine Sorgen bezüglich monatelangem Toastbrotverzehr (wie in den USA) behoben sein.

Soo…jetzt wird es langsam zu lang. Diese Woche ist aber gar nicht viel passiert – ich war recht faul und habe das schöne Wetter mit einigen Wanderungen genossen und nebenbei noch einige Dinge erledigt (Bankonto eröffnet, Studentenausweis abgeholt etc.). Außerdem war ich Dienstag im botanischen Garten von Wellington, der ca. 5 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt und sehr sehr schön ist. Ich habe natürlich auch direkt eine Vielzahl von Fotos gemacht, die es im Fotoalbum zu bewundern gibt!







Außerdem waren wir Dienstag Abend in einer Bar auf der Cuba Street (der zentralen Straße Wellingtons mit vielen Cafés und Bars), in welcher ein Konzert stattfand. War schneller Punkrock, also gar nicht meine Musik, aber dafür nur sehr kurz und doch ein wenig lustig zuzuschauen. Mittwoch hat mich der strahlend blaue Himmel schließlich noch mal auf den Mount Victoria gelockt, um mehr Fotos zu machen und noch mal die Wanderung runter in die Stadt zu genießen. Man wandelt da in der Tat wie auf den Spuren der Hobbits und fühlt sich ganz entspannt, wenn man unten ankommt. Praktischerweise passiert man auf dem Weg zurück nach Kelburn (dem Stadtteil, in dem ich lebe) den libanesischen Imbiss…





Was ich heute mache steht noch nicht genau fest. Nachher gibt’s eine kostenlose Führung durch eine Kunstgallerie hier auf dem Campus und danach werde ich mich eventuell in den botanischen Garten setzen und lesen – und abends vielleicht ein Bierchen trinken. Mal schauen. Bis dahin – viele Grüße und Adios!

P.S.: Hier noch schnell ein Bild vom Flughafen - ordentlich bremsen bitte!

Montag, 18. Februar 2008

Erste Woche - bis Mittwoch

Wie schon angekündigt habe ich seit meiner Ankunft in Neuseeland immer mal ein bisschen was für den Blog geschrieben - und auch wenn das nun schon alles ein paar Tage her ist, lade ich es doch nochmal hoch. Here we go:

Ankunft – 36 Stunden Erdumrundung (10. Februar)

Es ist geschafft!! Donnerstag früh um 9 Uhr bin ich in den Flieger gen London gestiegen und am Freitag um 21 Uhr (deutsche Zeit) in Wellington ausgestiegen – in 36 Stunden einmal um die halbe Welt. Wären die ganzen Pausen in London, Los Angeles und Auckland nicht da gewesen, hätte ich auch schon nach 25 Stunden da sein können – aber elf Stunden am Stück sitzen und dann direkt noch mal zwölf Stunden am Stück…da ist’s dann irgendwann genug. Glücklickerweise hatte der Air New Zealand Flieger (ich glaub’ ein Airbus oder eine große Boeing, jedenfalls ein fliegender Doppeldecker) ein ganz hervorragendes Multimedia-Center an Board. Es gab an die 40 Filme aus denen man sich munter etwas aussuchen konnte - neben aktuellen Kinofilmen und Klassikern durften natürlich auch typisch neuseeländische Filme nicht fehlen, allen voran eine ganz vorzügliche Trilogie. Die stand bei mir dann aber doch nicht auf dem Programm, obwohl ich schon überlegt hatte, mir einfach neun Stunden lang den Herrn der Ringe zum geschätzten 18. Mal anzuschauen ;-) Nein, meine Filmauswahl sah folgendermaßen aus: Rendition (klasse Film um eine CIA-Folter nach nem Anschlag in Ägypten), Michael Clayton (mal wieder Clooney, aber gut), Into The Wild (sehr gut und nach einer wahren Begebenheit!!), The Bourne Supremacy (oder Ultimatum? Mmh, jedenfalls der dritte Teil, ganz unterhaltsam) und ein fünfter, der mir jetzt aber partout nicht einfallen will.

Der Flug war also ganz gut zu überbrücken – einziger Tiefpunkt: ca. zwei Stunden vor Landung in L.A. wurde mir plötzlich schlecht, und das obwohl mir Fliegen sonst gar nix ausmacht. Da mir aber auch als mir übel war, die Turbulenzen ab und zu und die Kurzen so gar nichts ausgemacht haben, ist meine Vermutung, dass ich in London am Flughafen wohl irgendetwas zu mir genommen habe, was nicht ganz so gut war. Naja, waren ja auch nur zwei Stunden und nach den anderthalb Stunden Aufenthalt in Los Angeles ging es mir auch schon wieder blendend.

Übrigens ist es ganz großartig, in Wellington zu landen – das schaut nämlich folgendermaßen aus: Der Pilot steuert mit der Maschine nach einer weiten Kurve über das Meer kommend auf den Flughafen zu. Dabei überquert man schon die ersten dutzend kleinen Inselchen, die sich zwischen Wellington und der Südinsel tummeln. Dann durchfliegt man ein paar Hügel (in Norddeutschland würde man sie Berge nennen) links und rechts, die mit allerlei Grün bewachsen sind und ein wenig so aussehen, wie im Film Jurassic Park, als das Flugzeug auf der Insel landet. Nun befindet man sich aber noch immer über dem Meer bzw. einer großen Bucht und da das Flugzeug konstant an Höhe verliert, wird man das Gefühl nicht los, dass der Pilot unbedingt eine Wasserlandung erproben möchte. Mein Flugkapitän hat zum Glück darauf verzichtet und die Maschine sicher auf der Landebahn heruntergebracht. Aufgrund des Windes in Wellington (Spitzname: „Windy Welly“) war es mitunter ganz schön turbulent in der Luft kurz vor der Stadt.

Abflug und Ankunft

Wellington bzw. der Teil, den ich bisher und vor allem auf der Tour mit dem Shuttle in die Innenstadt gesehen habe, ist auf einer Vielzahl von Hügeln gebaut – nur unten am Hafen ist es halbwegs eben. Die Häuser die etwas weiter oben liegen sind dabei klar im Vorteil, denn die können einen wunderschönen Blick auf den Hafen, die Bucht mit türkisblauem Wasser und das Meer darüber hinaus genießen. Mal sehen, mit ein wenig Glück erwische ich ja auch eine Wohnung die etwas weiter oben gelegen ist. Wäre an sich nicht schlecht, zumal auch die Uni-Gebäude am Hang gelegen sind…glaube ich jedenfalls.

Jetzt gerade sitze ich auf dem Bett in meinem Zimmer im Hostel „Lodge In The City“ nachdem ich die erste Nacht, wie ein Stein schlafend, überstanden habe. Gestern nach meiner Ankunft habe ich schon mal angefangen, nach einer passenden Wohnung zu suchen – leider waren die Anzeigen, die interessant waren, schon vergeben, aber heute Nachmittag kann ich mir etwas anschauen (aber nur mit Schrank und ohne Bett – also nicht so optimal) und morgen Nachmittag noch etwas anderes (voll möbliert, recht zentral gelegen, dafür mit nur einem Mitbewohner – ein Asiate, Ende 20, der grad an seiner Masterarbeit schreibt…also mal schauen, wie nett der ist) Davon abgesehen werde ich mich heute eh noch mal auf den Weg zum Internetcafé machen und weiter suchen…leider gibt’s hier im Hostel kein Wlan und ein Café in der Nähe in dem ich meinen Laptop nutzen könnte, habe ich noch nicht entdeckt.

So, und für alle, die jetzt mächtig neidisch sind, dass ich hier im neuseeländischen Sommer sitze, während in Deutschland sich der Winter noch breit macht – bis vor fünf Minuten hat es hier heute früh geregnet. Jetzt hat es aber endlich aufgehört und ich werde mich gleich mal nach draußen wagen. Ach ja, mit der Sonne muss man hier übrigens in der Tat aufpassen. Ich war gestern gar nicht viel unter der Sonne (hab versucht mich im Schatten zu halten) und trotzdem war mein Nacken abends etwas gerötet.

Nun aber genug für heute – ich schreibe später bzw. morgen weiter!


Jetlag (10. Februar abends)

Da dachte ich zu Hause noch, der Jetlag würde gar nicht so bemerkbar sein, weil zwölf Stunden Unterschied an sich ja nur den Tagesrhythmus einmal komplett umkehren. Tja, pustekuchen – Jetlag ist scheiße. Ich war heute um 16 Uhr dermaßen müde, dass ich im Sitzen kurz vorm Einschlafen war…habe mich aber tapfer gehalten, schließlich soll sich mein Biorhythmus schnellstmöglich an die neuen Zeiten gewöhnen.

Was ist mir während der ersten zwei Tage am meisten aufgefallen? Erstens, hier laufen viele Leute einfach barfuß durch die Gegend. Zweitens, die Neuseeländer nennen einen am liebsten „mate“ und manchesmal ist das neuseeländische Englisch nicht leicht zu verstehen (musste heute dreimal nachfragen…). Drittens, die Neuseeländer ziehen sich an wie es Ihnen passt – soll heißen, dass es ne ganze Menge schräg gekleideter Typen gibt. Bsp: ein Typ gekleidet wie ne Mischung aus Dschingis Khan und nem Vampir, und ein anderer Typ mit knappen, engem Jeans-Mini und einer Brille irgendwo zwischen U2-Bono und Pornostar. Tja, da falle ich mit meiner neuen Frisur also gar nicht auf ;-)



Muskelkater (11. Februar)

So, mein letzter Beitrag ist etwas abrupt geendet – warum? Weil ich beim Sitzen mit dem Laptop auf’m Schoß beinahe eingeschlafen bin, das gute Stück dann auf den Boden gelegt habe und innerhalb von einer Minute wieder mal wie ein Stein geschlafen habe. Dafür bin ich dann gegen 4 Uhr kurzzeitig aufgewacht, nach ner halben Stunde hin- und herwälzen aber glücklicherweise wieder eingeschlafen.

Nun aber zum Thema des Beitrages: der Muskelkater. Ja, man hat mich gewarnt, dass Wellington nicht nur windig, sondern auch sehr hügelig ist. Stimmt…beides. Wie ich heute herausfinden durfte, liegt die Victoria University auch auf einem jener Hügel – und die „Fairlie Terrace“, das ist die Straße, auf der sich die Film Programme Gebäude befinden, liegt, so habe ich das Gefühl, auf dem höchsten aller Hügel. Hat aber auch gute Seiten: man hat nämlich einen schönen Blick auf die Bucht, das Meer und alle anderen Hügel.
Jedenfalls habe ich nach all dem Durch-die-Stadt-Gewandere die letzten Tage nun einen mächtigen Muskelkater in den Waden. Macht aber gar nix, der geht weg…hoffe ich, denn in den nächsten Tagen wird noch einiges mehr an Hügelsteigen folgen. Mittwoch ist z.B. der Orientation Day für die International Students…da wird dann sicherlich auch einiges bewandert werden. Allerdings hat mich der Aufstieg zu „meinen“ Gebäuden davon überzeugt, dass ich ein Zimmer möglichst nah zur Uni finde…wenn ich für das ganze kommende Jahr jeden Tag so eine Kraxelei wie heute anstelle, kann ich mich für’s Mount Everest Boot Camp anmelden.

Übrigens habe ich heute auch den Course Coordinator für mein Programm kennengelernt, Mr. Russell Campbell. Ein netter, älterer Herr, der schon sein ganzes Leben in Wellington ist und auch an der VUW studiert hat. Er hat mir auch gleich eine kleine Tour durch die Gebäude des Film/Theater Programmes gegeben (die beiden teilen sich die Räumlichkeiten) und ich muss sagen, die haben hier ein ganz spannendes Equipment – Videokameras, Kran und allerlei anderen technischen Schnickschnack, Soundstudio, Schnittstudio und eine Theaterbühne. Man darf also gespannt sein, was wir damit so alles anstellen werden…

Zum Abschluss noch zwei Infos: Ich bin noch immer auf Wohnungssuche, nachher schaue ich mir ein Zimmer an bzw. evtl. ein zweites, in welchem allerdings nur ein Bett steht, den Rest müsste ich mir kaufen. Dann werde ich noch wegen eines anderen Zimmers telefonieren, das wäre möbliert und in perfekter Lage, allerdings erst ab dem 1. März zu haben. Also mal sehen. Außerdem habe ich heute einen Handyvertrag beim neuseeländischen Vodafone unterschrieben – dauert ein Jahr und ist wesentlich günstiger als die Prepaid-Angebote. Ach, und eine dritte Info: Neuseeländer sind nett!! Habe heute ein paar Euros umgetauscht und mich dabei an die 10 Minuten mit der Dame unterhalten. In den Bars/Cafés ist es genauso – wo ich grad beim Thema bin: seitdem ich gestern einen kleinen, preiswerten libanesischen Imbiss gefunden habe, ist für meine Ernährung gesorgt :-)

Soviel für heute – vielleicht später mehr. Jetzt muss ich mich gleich weiter auf Wohnungssuche machen und werde erstmal wieder rausgehen. Adios!


Wohnungssuche (12. Februar)

Noch immer bin ich auf der Suche nach einem passenden Zimmer. Eine Besichtigung am Montag ist geplatzt, weil die Vermieterin bei meinem (von ihr erbetenen) Rückruf kurz angebunden meinte, ich sollte es einen anderen Tag nochmals versuchen…tja, dann halt nicht. Dafür war ich heute erfolgreicher – zwei Wohnungen habe ich besichtigt und beide Zimmer und Häuser sind echt schön.

Das eine Haus war zunächst etwas beschwerlich zu finden statt Kelburn Parade 1/54 (was Nr. 74 Flat 1 heißen soll) habe ich Kelburn Parade 154 verstanden, was zur Folge hatte, dass ich die gesamte Straße entlang gelaufen bin…die Straße, an der die Uni liegt und die zum Ende hin schnörkelig einen Hügel emporsteigt…und ich also mit ihr. Ein kurzer Anruf und ich konnte mich wieder auf den Rückweg machen an’s andere Ende der Straße – jedenfalls war’s ein schöner Ausblick. Nach erneutem Verlaufen und Klingeln bei einem Haus, in dem mir ein etwas verdutzter Asiate öffnete („No, no Danielle here. Kelburn Parade is over there.“) habe ich das Haus dann endlich gefunden. Das Zimmer in dem Haus ist großartig – zwei Wände bestehen quasi nur aus Fenstern mit Blick auf die Wellington Bucht, die Hügel und – das Meer! Der einzige Nachteil wäre, dass morgens/mittags die Sonne reinscheint und es demnach warm werden könnte, aber so ist zumindest die Temperatur im Winter kein Problem.

Das zweite besichtigte Haus liegt etwas weiter unten an den Dixon Street Steps. Die Dixon Street führt quer durch das Zentrum Wellingtons und die Steps sind, wie der Name schon sagt, Stufen, die hoch zur nächsten Eben (auf dem Weg zur Uni) führen. Jepp, und genau an diesen Stufen sind eine Reihe von Häusern gelegen – eines von denen die Nummer 137, in der ich mir ein Zimmer angeschaut habe. Das Haus an sich ist riesig gewesen mit Parkettboden überall, großer Terassenveranda, großer Küche + Wohnzimmer mit Kamin etc. etc. Das Zimmer ist im Vergleich zum ersten zwar etwas dunkel, aber alles in allem doch sehr schön.

Nun habe ich bei beiden eingetragen und nachdem die die geschätzten 20-30 Besucher durchhaben, entscheiden sie sich und melden sich…also: Daumen drücken! Aber, eine gute Nachricht gibt’s. Gegen Abend hat sich Amy aus der Kelburn Parade 1/54 (nicht 154!) noch mal gemeldet und gefragt, ob ich morgen noch mal vorbeikommen könne, da mich der vierte Mitbewohner, der als ich da war nicht da war, gern kennen lernen würde. Wenn ich Glück habe heißt das, dass die mich haben wollen würden und Sam, der vierte (bzw. mit mir oder wem auch immer, fünfte) im Bunde, nur noch zustimmen muss.

Morgen gibt’s dann mehr Infos dazu! Vormittags habe ich erstmal den Orientation Day – bin gespannt!


Orientation Day und Good News! (13. Februar)

Heute war ein anstrengender Tag. Um 9 Uhr ging’s los mit dem Orientation Day für die International Students, und zwar auf dem Kelburn Campus, was bedeutet, dass ich erst die Treppen der Dixon Street Steps besteigen, dann die Terrace hochlaufen und letztendlich noch mal den Endspurt zur Kelburn Parade mit geschätzten 30 Prozent Steigung in aller herrgotts Frühe hinlegen durfte. Tja, ich sage mal: der Mount Everest lässt in einem Jahr grüßen…

Die Orientation Veranstaltungen an sich waren ganz interessant – eine ganze Menge Infos gut verständlich aufbereitet, quasi verbal an der Hand geführt. Dazu gab es dann Unmengen von kleinen Broschüren und Zetteln mit Infos, und zudem dann auch ein paar Zettel, die für die Immatrikulation von enormer Wichtigkeit sind… Neben dem ganzen Informationsgedöns habe ich endlich auch ein paar Leute kennenlernen können. Wie sich herausstellt stellt Deutschland unter den Postgraduates die absolute Mehrheit – zum Glück machen die meisten davon aber Jura (also Law) und keiner das was ich mache. Daneben gibt’s Studenten aus allen Ecken der Welt – Vietnam, Tonga, Iran, Israel, Argentinien…eine bunte Mischung also. Wir haben uns auch gleich für eine Reihe von Aktivitäten in den nächsten Tagen anmelden können – morgen eine Bustour durch Wellington, eine Rallye durch die Stadt und ein Konzert abends. Freitag dann ein traditioneller Maori Willkommenstanz und die zwei Wochen darauf weitere Einführungsveranstaltungen, Führungen etc. etc. Es wird also sicher nicht langweilig werden…bin gespannt :)

Nun aber zu den guten News. Ich war um 18 Uhr noch mal in der Wohnung an der 1/54 Kelburn Parade und habe mich mit allen vier Mitbewohnern (Sam eingeschlossen) für ne halbe Stunde unterhalten – alles sehr nett. Zurück im Hostel bin ich dann mit drei anderen in einem Pub etwas essen und ein Bierchen trinken gewesen, als der Anruf kam: „Hey Daniel, this is Amy. The room is yours if you still want it.“ Ab dem Moment war ich dann wahrhaftig am frohlocken – bei der Orientationsveranstaltung habe ich noch mal feststellen können, dass wirklich jeder auf Wohnungssuche ist und ich habe mir nur zwei Zimmer angeschaut und direkt eins gefunden, was für ein Glück! Dazu habe ich dann noch eine grandiose Sicht auf die Wellington Bucht und sogar die Bucht…ich werde Fotos machen. Jedenfalls kann ich nun Sonntag hier aus der Herberge endlich ausziehen und habe ab dann auch normal Internet und kann endlich den Blog hochladen…bisher schreibe ich ja mehr für mich selbst und hoffe, dass es halbwegs interessant ist, dies alles im Nachhinein zu lesen…

Der Blog ist da!

Endlich! Seitdem ich nun gestern in mein neues Zimmer gezogen bin, habe ich auch endlich normal Internet von meinem Laptop aus - die Zeiten des Internetcafés sind damit vorrüber. Deshalb komme ich auch endlich dazu, meinen versprochenen Blog einzurichten. Das Layout ist vorrübergehend, aber für's erste ja in Ordnung.

Da ich gleich ein Treffen habe hier nur ganz kurz drei Infos:

1) Ich habe seit meiner Ankuft schon munter Blog geschrieben. Das gibts dann demnächst, für alle Interessierten, zu lesen.

2) Ich habe ein Picasa-Fotoalbum, das ihr euch unter folgender Adresse anschauen könnt:
http://picasaweb.google.com/DanB.NZ54

3) Ich wohne seit gestern in meinem permanenten Zimmer. Adresse und Telefon gibt's auf Anfrage :-) Hier aber schonmal ein Foto des Ausblicks, den ich von meinem Bett aus genieße:


Also, ich muss los - bis später!