Samstag, 29. März 2008

Tongariro Crossing und heiße Quellen

Meine Güte, jetzt ist es schon fast eine Woche her, dass ich vom Osterwochenende zurück bin und ich habe es noch nicht geschafft, wieder etwas zu schreiben – vor allem über den großartigen Ausflug, den wir an diesem Wochenende gemacht haben. Aber das werde ich jetzt ausführlich nachholen – also, seid gewarnt, es könnte (mal wieder) etwas länger werden!

Man sagt ja, dass man sich spätestens dann in Neuseeland verliebt, wenn man anfängt, das Land zu bereisen und die Landschaft zu entdecken – spätestens nach diesem Ausflug kann ich mit voller Inbrunst bestätigen, dass das wahr ist. Natürlich habe ich mich schon in den fünf Wochen vorher pudelwohl gefühlt hier – Wellington ist eine großartige Stadt – aber gegen die einmalige Landschaft Neuseelands muss auch die Hauptstadt erblassen.
Man stelle sich folgende Szenerie vor: Eine Nacht bei klarem Sternenhimmel und einer milden Brise. Durch einen Wald voll von mit Efeu behangenen Laub-, Nadel- und Palmenbäumen fließt ein mittelgroßer Bach aus heißem Wasser – auf seinem Weg abwärts passiert er zwei kleine Wasserfälle. Wasserdampf steigt vom Fluss auf, durch welchen die Strahlen Vollmondlichtes sichtbar werden.
Das ist kein Traum, sondern ein wirklich magischer Ort, den wir abends am Karfreitag entdeckt haben. Als Beweis ist hier ein Foto – etwas dunkel, aber dank zweieinhalb Minuten Belichtungszeit kann man doch in etwa erkennen, wie es ausgesehen hat:



Natürlich haben wir, an dem Fluss angelangt, uns alle prompt ins Schwimmkostüm geworfen und die nächsten Stunden in diesem Wasser bei perfekter Badewannentemperatur verbracht. Die Nacht haben wir schließlich am Flussufer gecampt – ganz besonders schön war es, am nächsten Morgen, leicht fröstelnd, in den Fluss zu steigen und sich aufzuwärmen!





Der besagte Fluss befindet sich in einem Gebiet südlich der Stadt Rotorua, etwas nördlich von der Mitte der Nordinsel. Aufgrund der vulkanischen, seismischen Aktivitäten in diesem Gebiet gibt es dort eine Vielzahl solcher heißer Quellen – vielen von denen sind jedoch blubbernde, grünlich, gelbe Tümpel, in die man nicht gerne steigen will, geschweige denn sollte. Aber daneben gibt es eben auch solche heißen Flüsse oder Seen, in welchen man dann wunderbar baden kann.



Da die Nacht an dem Fluss recht lang wurde – ich habe glaube ich erst um kurz vor fünf meine Augen geschlossen – haben wir Samstag einen recht ruhigen Tag gehabt und nicht viel gemacht. Highlight war das so genannte „Zorbing“ – dabei setzt man sich in einen riesigen Gummiball, der etwas mit Wasser gefüllt ist, und rollt dann für eine Minute einen Hügel hinunter. Lustig war’s, aber leider viel zu kurz und dafür recht teuer – aber hier ein Foto:



Danach sind wir schließlich in den Tongariro Nationalpark gefahren, wo wir im National Park Village in einem kleinen, niedlichen Hostel übernachtet haben, nachdem wir ein großartiges Nudeldinner zubereitet und verdrückt haben.

Am Ostersonntag stand dann der große Höhepunkt des Ausfluges an – der Tongariro Crossing. Das ist eine Tageswanderung durch Vulkangebiet; die bekannteste und beliebteste Wanderung auf der Nordinsel, die gleichzeitig auch als eine der schönsten Tageswanderungen Neuseelands gilt. Nachdem ich sie gemacht habe, kann ich gut verstehen weshalb. Aber ich fange besser von vorne an.
Der Tag begann für uns alle sehr früh, da uns ein Bus um 7.15 Uhr zu dem Start der Wanderung gefahren hat. Noch ein wenig müde, aber gespannt auf die Wanderung, sind wir also um kurz vor Acht gestartet. Es war noch etwas bewölkt und auch leicht kühl um die Zeit, weshalb ich ganz und gar nicht daran gedacht habe, Sonnencreme aufzutragen. Ergebnis war ein Sonnenbrand im Nacken am Ende des Tages, der am Tag darauf aber bereits gar nicht mehr wehgetan hat und mittlerweile schon wieder vollkommen weggegangen ist.





Aber zurück zur Wanderung: Am Anfang mussten wir eine leicht ansteigende Ebene überqueren, die voll von Vulkangestein und interessantem Gewächs war.





Direkt zu Anfang haben wir ein Gruppenfoto gemacht – hier könnt ihr also unsere gesamte Truppe bewundern:



Von links nach rechts: Oliver, ich, Monika, Tom, Niv, Deeps, Manu, Caitlin und Rebecca.

Danach zerstreute sich die Gruppe dann etwas – einige sind schneller gelaufen, andere haben andauernd angehalten, und ich musste natürlich alle paar Meter Fotos machen :-) Nach ca. einer Stunde haben Monika und ich einen kleinen 20-Minuten-Abstecher vom Hauptweg gemacht in Richtung der „Soda Springs“ – einem kleinen Wasserfall. Das Wasser selbst war verblüffend kalt und nach ein paar Fotos (beachtet das intensive Grün!) haben wir dann wieder die eigentliche Wanderung weitergemacht.



Die wurde dann auch konstant anstrengender, da es nach ca. eineinhalb Stunden wandern stetig bergauf ging – schließlich galt es das Hochplateau zu erreichen! Auf dem Weg konnten wir aber zum Glück so manche wunderbare Aussicht ergattern, die uns die Anstrengungen des Weges haben vergessen lassen.





Auf dem Hochplateau angekommen war es dann noch immer etwas bewölkt, weshalb wir von dem Vulkan, Mt. Ngaurahoe, noch nicht viel sehen konnten. Aber bis wir dieses Plateau durchquert und die nächsten Hügel erklommen hatten, haben sich die Wolken glücklicherweise aufgeklärt und wir konnten endlich den atemberaubenden Blick auf den Vulkan genießen!!



Da der Großteil der Gruppe für Monika und mich zu langsam war, sind wir voraus gewandert und haben uns entschlossen, den Tongariro Summit (also die Spitze des Tongariro Berges) zu erklimmen – ein Trip von ca. eineinhalb Stunden hin und zurück. Auch wenn es ein bisschen anstrengend war, hat es sich voll und ganz gelohnt. Auf dem Gipfel angekommen haben wir dann eine halbe Stunde Pause zum Mittagessen gemacht: Thunfischsandwiches, Müsliriegel und Schokolade bei diesem großartigen Ausblick:



Zwischen dem Vulkangestein sprießen - man mag es kaum glauben - hier und dort auch so manche Blumen - der Kontrast ist ganz schön:



Zurück auf dem Hauptweg ging es dann in Richtung der „Emerald Lakes“ – eine Gruppe von drei kleinen Vulkanseen, welche in kräftigen Türkisfarben schimmern.



Auf dem Weg dorthin passiert man außerdem den „Red Crater“ – schaut euch diese Fotos an, dann wisst ihr, warum er seinen Namen mehr als verdient hat:





Aufgrund unseres kleinen Extratrips zum Tongarirogipfel mussten wir uns dann ein wenig sputen, um rechtzeitig um 16.30 Uhr am Endpunkt anzukommen und den Bus nicht zu verpassen. Also ging es recht zügig am „Blue Lake vorbei, welchen ich natürlich in voller Gänze fotografisch festhalten musste:



Danach ging es dann wieder leicht bergab, durch ein weiteres Plateau und wieder bergauf – ein Blick zurück und es eröffnete einem diese gigantische Aussicht auf Mt. Ngaurahoe und den Red Crater. Man kann unten im Bild ein paar Personen sehen, ganz klein, die das Plateau durchqueren. Die weiten Flächen gesäumt von den Vulkanen sind wirklich atemberaubend!



Als wir dann den erneuten Aufstieg hinter uns gebracht hatten, verschwand die Aussicht hinter dem Hügel und der Abstieg hinunter zum Endpunkt begann. Aber wer jetzt denkt, dass dieses letzte Stück von zwei Stunden Wanderung langweiliger oder weniger spektakulär wäre als die Vulkanpassierung, der täuscht sich gewaltig. Der Weg hinab schlängelt sich um diverse Hügel und das Faszinierende daran ist, dass man hinter jeder Kurve neue Pflanzen und Gräser hat sehen können.





Zudem passiert man eine weitere heiße Quelle, durch die ein Fluss fließt.



Und auch ein Blick nach oben wird belohnt mit wunderschönen, pictoresquen Landschaftsbildern.



Ebenso eindrucksvoll war auch die Aussicht auf das Tal, welches man von dem Berg aus wunderbar einsehen konnte – im Vordergrund lag ein See, umrundet von Wäldern im Hintergrund, hinter einer Hügelkette war ein weiterer, größerer See zu erkennen, aus welchem kleine Inselchen ragten.



Gegen Ende mussten wir uns dann ganz gewaltig beeilen, da die Abfahrtszeit des Busses doch in großen Schritten (gefolgt von unseren noch größeren Schritten) näher rückte. Auf dem Weg hinab passiert man eine kleine Hütte und wenige Meter darunter trafen Monika und ich dann auch wieder auf den Rest unserer Gruppe, die gedacht hatten, dass wir ihnen bereits voraus wären.



Zusammen haben wir dann den Rest des Wegs gemeistert – dieser ging schließlich durch einen dschungelartigen Walt voll von gigantischen Farnen, Palmen, Laubbäumen und einem Bach, der seinen Weg hindurch wand.

Zum Glück haben wir den Bus dann auch erfolgreich erreicht – allesamt begeistert von der großartigen Tour, aber allesamt ebenso erschöpft, da wir 17km (Monika und ich gar 20km) durch alpines Vulkangebiet gespurtet waren. Dementsprechend gut haben wir dann auch alle abends (nach einem Gemüse-Reisnudel-Curry) geschlafen. Allerdings erst nachdem wir alle nach dem Abendessen nach draußen auf die Wiese gegangen sind, uns unterhalten und dabei die Schafe (mehr oder weniger bewusst) ein wenig herumgescheucht haben…hoffentlich ist deren Fleisch nun nicht zäher geworden durch den unerwarteten Abendstress ;-)

Montag stand schließlich die Rückfahrt auf dem Programm. Dies ist unser Van mit Gepäckanhänger - Tom hat diesen als gemütliche Ruhefläche entdeckt.



Ich habe die meiste Zeit vor mich hingedöst und ca. 7 Stunden und einige kleine Staus später sind wir im windigen Wellington angekommen bei noch immer schönen, milden Wetter.



Das Wetter ist auch bis heute schön geblieben, jetzt regnet es aber gerade etwas und es ist auch etwas stürmisch. Ich hoffe nur, dass das Wetter in zwei Wochen wieder gut ist, denn dan liegt bereits der nächste Trip an – ich habe zwei Wochen frei und werde eine dieser Wochen auf der Südinsel verbringen!!

Nun ist dieser Beitrag aber schon ins Endlose gewachsen und hat viel zu viele Fotos. Ich hoffe, dass das Laden der Seite nicht allzu lange dauert. Aber keine Sorge, für heute mache ich hier erstmal Schluss.

Gruß aus Wellington ans kalte Deutschland!

P.S.: Ein Hinweis noch - im Fotoalbum gibt es noch viel, viel mehr Fotos von dem Tongariro-Trip. Also, werft mal einen Blick hinein!!!

Mittwoch, 19. März 2008

Kayaking im Rangitikei

Das Wochenende ist überstanden und ich habe meinen Ausflug mit dem Kayak-Club wohlbehalten überlebt - allerdings muss ich zugeben, dass ich insgesamt dreimal den Fluss von unterhalb der Wasseroberfläche (soll heißen: kopfüber) habe bewundern dürfen...war aber alles halb so schlimm. Zum einen hatten wir ja die Gruppenleiter dabei, die uns entweder wieder umgedreht haben oder, wenn das nicht ging, dann konnten wir einen so genannten "wet exit" vollziehen - also einfach aus dem Kayak herausschwimmen, was man aber tunlichst nur im Notfall machen sollte, da man nämlich hinterher sein Kayak im Fluss hinterher jagen (lassen) muss.

Nun aber etwas detaillierter zum Wochenende. Samstagfrüh haben wir uns alle (insgesamt sechzehn Beginner) um 8.30 Uhr vor der Garage mit der Kayakausrüstung getroffen - glücklicherweise ist die direkt unterhalb der Uni-Hauptgebäude gelegen und somit nur 5 Minuten von mir entfernt...also konnte ich mehr oder weniger (zumindest halbwegs) ausschlafen. Zusammen haben wir dann die Kayaks aus der Garage gehievt, samt Ausrüstung, und alles auf und in einem Anhänger untergebracht - hier zwei Fotos:





Wie man auf den Fotos erkennen kann, hatten wir schon zur Abfahrt wunderschönes Wetter - blauen Himmel und Sonnenschein. Dieses Wetter blieb uns zum Glück über das gesamte Wochenende erhalten, so dass es einem auch bei diversen, plötzlichen Tauchaktionen im Fluss nicht kalt wurde.

Jedenfalls haben wir uns nach dem Aufteilen und Einpacken und Zuschnüren der ganzen Ausrüstung auf mehrere Autos verteilt und sind ca. 4 Stunde gen Norden zum Fluss Rangatiki gefahren. Ich war im Van mit 9 anderen und habe vorne neben James gesessen, einem der Gruppenleiter. Auf der Fahrt hat mir James neben diversen Kayakabenteuern u.a. in Indien auch von seinem Job erzählt, und zwar baut er Häuser. An sich nichts besonderes, denn schließlich machen das hier in Wellington durchaus viele Leute. Verblüffend fand ich es dann aber doch, als James meinte, dass er Häuser oft alleine baut - ja genau, alleine! Das dauert dann ca. 5 Monate. Ich finde es ja schon schwer, so manches IKEA-Möbelstück alleine und ohne Hilfe aufzubauen...aber ein ganzes Haus?? Tja, aber es scheint zu funktionieren...

Am Rangitikei angekommen sind wir zunächst in ein Schwimmbad gefahren, wo wir, nach einem kurzen Mittagessen, diverse Techniken im Kayak trainiert haben - vor allem, wie man möglichst gerade und kraftvoll vorwärts paddelt, ohne hin und her zu segeln und wie man effektiv kurzen schwimmen kann. Letzteres sollte sich später im Fluss als besonders wichtig erweisen. Nach der Schwimmbadsession sind wir dann auch direkt zum Rangatiki gefahren, haben die Kayaks abgeladen und uns in die entsprechende Schale geworfen: warmhaltende Polyproylen-Hosen und Langarmhemden, Shorts, Windjacke, Schwimmweste und Helm. Damit gewappnet ging's dann runter zum Fluss und in die Kayaks:



Dort haben wir dann den großteil vom Samstagnachmittag geübt, wie man von Ruhezonen im Fluss (so genannten "Eddies") in den Flussstrom schwimmt, ohne vom Wasser umgekippt zu werden. Dazu muss man in der Ruhezone ein Stück flussaufwärts schwimmen, möglichst im 45-Grad-Winkel den Strom anvisieren und beim Auftreffen auf den Strom die gegen den Strom zeigende Seite des Kayaks mit der Hüfte leicht anheben, während man gleichzeitig das Kayak durch kräftige Paddelbewegungen auf der anderen Seite ausbalanciert. Dadurch sollte man dann idealerweise mittels einer galanten Kurve im Flussstrom landen - bei uns Anfängern war die Kurve jedoch entweder kaum galant oder, im schlimmsten Fall, gar nicht vorhanden, was dann nicht selten einen Tauchgang zur Folge hatte.
Nach einigem Üben sind wir den Fluss dann ein paar hundert Meter hinuntergefahren, wobei wir die ersten Flussschnellen passiert haben - da habe ich dann so richtig gemerkt, wie wackelig man eigentlich im Kayak sitzt...aber ich bin nicht umgekippt :-) Das habe ich mir vielmehr aufgehoben bis kurz vor der Stelle, an der wir aus dem Fluss gestiegen sind. Beim Aussschwimmen aus dem Flussstrom in den Eddie (die Ruhezone) habe ich das Hüftenheben, Paddeln und Ausbalancieren nicht ganz so koordiniert hingekriegt und als Dank hat sich mein Kayak herumgedreht... Danach konnte ich das Abendessen kaum abwarten :-)
Zum Abschluss des Abends sind wir nochmal alle runter zum Flussufer gegangen, wo wir ein Lagerfeuer angefacht haben, auf dem wir dann ganz hervorragende Marshmellows geröstet und Bier getrunken haben - das alles unter einem klaren Sternenhimmel!

Nach einer etwas unruhigen Nacht (irgendwie konnte ich auf der Schaumstoffmatte nicht wirklich einen gemütlichen Punkt zum Schlafen finden) sind wir Sonntagfrüh zeitig aufgestanden und waren nach dem Frühstück und dem Abbauen der Zelte bereits um 9.30 Uhr wieder auf dem Rangatiki - diesmal für eine 5km Tour! Wir wurden in kleinere Gruppen eingeteilt mit jeweils einem erfahrenen Gruppenleiter, der uns vor einer Flussschnelle jeweils gesagt hat, wie wir da am besten durchschwimmen sollen. Bis auf zwei Tauchaktionen habe ich diese Tour ohne größere Blessuren (nur zwei kleine blaue Flecke am Bein) überstanden. Solange man im Strom des Flusses schwimmt und nicht gerade durch eine Schnelle jagen muss, ist das Schwimmen im Kayak durchaus entspannend - man kann sich zurücklehnen und den Fluss hinunter gleiten lassen, während man die Landschaft links und rechts an sich vorbeiziehen sieht. Schwierig wird's eigentlich nur im Übergang von Strom und Ruhezone bzw. wenn man durch eine Schnelle schwimmt, nicht rechtzeitig vor einem Felsen ausweicht und das Kayak dann wenig galant dagegen schwimmt und sich aus Protest umdreht....ja, ich spreche hier aus Erfahrung... ;-)





So, nun ist dieser Eintrag wieder reichlich lang geworden, aber ich musste ja ausführlich von meinem ersten Ausflug berichten! Am Osterwochenende liegt übrigens bereits der nächste Ausflug an - zu zehnt geht's dann, wie geplant, in den Tongariro Nationalpark, wo wir eine der angeblich schönsten Wanderungen Neuseelands machen wollen...hoffentlich macht das Wetter mit, welches hier mitunter sehr wechselhaft sein kann.

Jetzt ist's mal wieder Zeit für's Bett - viele Grüße eines Wanderers aus Neuseeland :-)

Zum Abschluss noch ein paar Fotos (diese und mehr gibt's wie immer im Fotoalbum!!!)



Samstag, 15. März 2008

Busy weekend

Damit sich keiner Sorgen macht - ich bin das Wochenende unterwegs auf einer Kayaktour ca. 3 Stunden nördlich von Wellington. Morgen früh geht's los, weswegen ich auch gleich schnell ins Bett muss und Sonntag nachmittag sind wir dann wieder in Wellington.
Am Samstag werden wir erst noch ein paar Stunden im Pool üben, bevor es dann auf den Fluss am Campinggelände geht, zum weiteren Üben. Sonntag gehts dann auf einen anderen Fluss, auf welchem wir eine Tour von 5km herabfahren werden - bin gespannt!

Also, wie gesagt, ich muss jetzt schlafen. Sonntagabend oder Montag gibt's dann einen Bericht vom Wochenende und natürlich auch Fotos!

Adios!

Montag, 10. März 2008

Meine Wohnung

Nachdem das gesamte Wochenende wunderschönes, wenn auch windiges Wetter war, konnte ich es mir gestern nicht nehmen lassen, ein paar Fotos von meiner Wohnung zu machen. Gerade habe ich sie in mein Fotoalbum hochgeladen und dachte mir, ich kündige das hier an. Also, schaut einmal in mein Album - als Vorgeschmackt gibt's hier schonmal ein paar Fotos direkt im Blog :-)







Unser Eingang mit Palme!Der Löwe als Klingel









Da simma - meine Mitbewohner und ich :-) Von links nach rechts: Jen, Sam, Richard, Amy, Ich und Claire.

Joa, soviel für heute - ich muss jetzt weiterlesen. Einen schönen Montag wünsche ich!

Samstag, 8. März 2008

Die zweite Woche: Kayaking etc.

Die zweite Woche an der Uni ist vorrüber und ich bin nun schon seit vier Wochen in Wellington - verrückt wie schnell die Zeit vorbei fliegt... Die letzte Woche war ich neben der Uni maßgeblich mit Uni-Club-Treffen beschäftigt. Insgesamt drei an der Zahl habe ich mir angeschaut.

Zunächst war da am letzten Samstag das Beginner-Treffen des Victoria University Ruderclubs. Nach einer kurzen Einführung in den Club an sich haben wir Beginner und Interessierten einen kleinen Wettbewerb gehabt, und zwar saßen wir jeweils im Duo nebeneinander auf zwei Ruder-Maschinen und mussten dann möglichst schnell die "Strecke" von 200m hinter uns bringen - natürlich nur als Trockenübung auf der Maschine. Das war auch alles interessant und lustig, aber Rudern ist vor allem ein Wettbewerbssport, was bedeutet, dass man vier bis sechsmal die Woche trainiert (vorzugsweise möglichst früh morgens vor der Uni). Da ich aber sowieso schon einen recht vollen Wochenplan für die Uni habe, ist für Rudern darin leider kein Platz. Aber mein Interesse ist trotzdem geweckt und vielleicht werde ich es ausprobieren, wenn ich zurück in Bonn bin.

Am Dienstag folgte dann das erste Treffen des Tramping Clubs - also des Wanderclubs der Uni. Der Raum war, wie zu erwarten, bis zum Bersten gefüllt mit interessierten Studenten, die sich dann eine mit wunderschönen Bildern unterlegte Einführung in den Club anhören konnten. Der Club bietet jedes Wochenende Kurztrips quer durch Neuseeland an, für die man sich dann je nach Interesse anmelden kann. Ich bin - keine Überraschung - dem Club sofort beigetreten und muss mir jetzt nur noch einige Utensilien fürs Wandern/Campen besorgen. Heute habe ich schon erfolgreich auf einen Wanderrucksack geboten und demnächst folgen dann Schlafsack etc. Es gibt in Neuseeland die Internetseite "trademe", was quasi das neuseeländische Pendant zu ebay ist. Ein Traum, wenn man als Student nicht Unmengen für nagelneue Sache im Laden ausgeben will!

Als letztes Club-Treffen hatte ich schließlich am Donnerstag das Treffen des Kanu-Kayak-Clubs in einem Schwimmbad an der Bucht. Dort wurden wir direkt in Kayaks gesetzt und durften im Becken lospaddeln. Ich war dermaßen übermütig, dass ich mich nach den ersten paar Paddelversuchen direkt kopfüber im Kayak wiedergefunden habe - ja, richtig, kopfüber unter Wasser. Zum Glück kann man aber recht leicht aus den Kayaks herausschlüpfen, wenn man das Gefühl hat, lange genug unter Wasser gewesen zu sein. Nach diesem kleinen Abenteuer haben wir dann erste Paddeltechnicken gezeigt gekriegt und auch ein paar Übungen gemacht, in denen wir uns im Kayak bewusst kopfüber gedreht haben, um Sicherheit zu gewinnen, dass man, falls man sich mal unter Wasser befinden sollte, nicht direkt in Panik geraten muss. Nach diesem Training konnte man sich für einen Beginner-Kurs nächstes Wochenende anmelden, in dem man dann an zwei Tagen geballtes Kayak-Training bekommt. Ich habe mich angemeldet, aber da sich mehr Leute als Plätze da sind angemeldet haben, werden die verfügbaren Plätze wie in einer Lotterie gezogen. Wenn ich heute im Laufe des Tages nix hören sollte, bin ich wohl leider keiner der Glücklichen, die da mitmachen - aber auch wenn nicht, so kann ich einfach Donnerstags weiter zu den Clubtreffen gehen und da dann mehr lernen.

Freitag hatte ich ein Treffen mit den zwei anderen Studenten, die auch das Kurzfilmprojekt machen (Luke und Rachael) und dem verantwortlichen Techniker des Film Departments. Der hat uns dann eine rudimentäre Einführung in das Schnittprogramm gegeben. Viel Information in kurzer Zeit. Naja, zum Üben werde ich nun morgen einen kleinen Mini-Kurzfilm mit einer einfachen Handkamera machen, einfach nur, um dann nächste Woche das Schneiden mit dem Programm (Final Cut Pro) zu üben. Nach dem Treffen sind Luke, Rachael und ich dann ein Bierchen trinken gegangen - sehr nett die zwei, das wird ein spannendes Jahr, da wir zwar jeder einen eigenen Kurzfilm machen, uns aber natürlich alle gegenseitig helfen. Die beiden haben auch interessante Ideen. Am Ende wirds sicher eine DVD mit allen drei Filmen geben - die kann ich dann bei Interesse auch in Deutschland vorführen ;-)

Ach ja, gestern Abend war eine Zirkusshow auf einem kleinen Platz im Zentrum Wellingtons unten an der Bucht. Der Titel war irgendetwas mit "Gravity" (Schwerkraft) und dementsprechend beeindruckend war auch die Show - die ca. 8 Artisten und Artistinnen haben ununterbrochen an Seilen und Schaukeln allerlei akrobatische Balancetricks vorgeführt, die toll anzuschauen waren. Die Show wird in der nächsten Woche fast jeden Abend wiederholt, so dass ich da bestimmt nochmal hingehen werde.

Heute abend liegt ein Straßenfest etwas nördlich von Wellington an, denke ich. Da treten lokale neuseeländische Bands auf...bin gespannt. Zuvor muss ich aber noch ein bisschen was lesen. Außerdem muss ich langsam anfangen zu planen, was ich über Ostern machen will - vorzugsweise den "Tongariro Northern Circuit". Das ist ein drei-Tages-Trip im Tongariro Nationalpark in der Mitte der Nordinsel. Dieser Trip beinhaltet den "Tongariro Crossing" - ein Ein-Tagestrip, der als einer der Schönsten in Neuseeland gilt...also, Daumen drücken, dass das Wetter schön ist!! Die Woche werde ich nun erstmal herumfragen, wer da noch Lust zu hat, da werden sich sicher einige finden. Und natürlich werde ich alles fotographisch festhalten!! :-)

Nun aber zurück zur Lektüre -es geht um Western...letzte Woche haben wir "Easy Rider" (klasse Film mit verwirrendem Ende) und "Two Lane Blacktop" (seltsamer Film..."Asphaltrennen" auf Deutsch) gesehen. Folgende Woche folgen dann, wie gesagt, Western.

Gruß aus Windy Welly und bis bald! Es folgen demnächst auch mehr Fotos!

P.S.: Ein Foto gibts schon jetzt - der Beweis für Wellington's Status als Filmstadt quasi ;-)

Samstag, 1. März 2008

Erste Woche an der Uni

Nun habe ich etwas länger nicht mehr geschrieben - das hat aber einen Grund: letzte Woche haben endlich die Kurse angefangen und nach der ersten Woche habe ich nun eine Ahnung davon, was das Semester so bringen wird. Neben einer ganzen Menge interessanter Kurssitzungen wird das vor allem viel Arbeit sein - Essays, Lektüre von Artikeln und Büchern, Filmscripte schreiben und einen Kurzfilm planen, produzieren, drehen, schneiden und am Ende fertig präsentieren. Spannend? Ja, total! Aber, wie gesagt, eine ganze Menge Arbeit.

Jetzt aber kurz etwas zu meinen Kursen. Die Anzahl - vier insgesamt - könnte die Vermutun aufkommen lassen, dass ich doch gar nicht soviel zutun haben kann. Tja, aber dafür wird in jedem Kurs eine ganze Menge verlangt. Eine kurze Zusammenfassung:

FILM 480 - Easy Riders and Raging Bulls: Post-Classical American Cinema

Dieser Kurs findet nur im ersten Trimester statt, was bedeutet, dass wir zwei Sitzungen à 3 Stunden die Woche haben, in welchen wir erst einen Film schauen und im Anschluss diskutieren, Referate halten etc. Die Filmauswahl ist klasse - in der ersten Woche haben wir "The Graduate" (mit einem sehr jungen Dustin Hofmann) und "Bonnie and Clyde" (mit einem ebenso jungen Gene Hackmann) gesehen. Kann ich nur sehr empfehlen - hatte beide vorher noch nicht gesehen. In den kommenden Wochen folgen dann Filme wie "Easy Rider", "Chinatown", "The Conversation", "Apocalypse Now" etc.
Neben einem ausschweifenden Reader mit allerlei Artikeln zu den einzelnen Filmen sowie zu der Epoche (eben dem postklassischen oder "New Hollywood") haben wir maßgeblich drei Aufgaben zu bewältigen: ein Essay über 3500 Wörter zu einem Thema aus der ersten Hälfte des Trimesters, eine Seminarpräsentation (zu zweit) zu einem der Filme und ein Essay über 4000 Wörter zu einem Thema aus der zweiten Hälfte des Trimesters. Ja, und das alles findet im ersten Trimester, also bis ca. Juni/Juli statt.
Der Dozent ist ein lustiger, etwas untersetzter Kiwi (also Neuseeländer) namens Tim Groves. Hier duzen sich aber alle - Dozenten mit den Studenten, und Studenten unter sich sowieso. Eine sehr entspannte, lockere Atmosphäre also.

FILM 408 - Avant-Garde and Experimental Cinema

Wie der Titel schon vermuten lässt geht es in diesem Seminar um die Dalís, Bunuels, Warhols und Lynchs der Filmgeschichte, sowie deren Vorgänger und Nachfolger. In der ersten Sitzung haben wir neben den üblichen Formalitäten einen Sprung ins frühe 20. Jahrhundert gemacht und uns erste cinematische Experimente angeschaut - von Lumière bis Meliès und Keaton. Eigentlich können diese ersten Filmchen zwar nicht Avant-Garde genannt werden, da sie eben die ersten ihrer Art sind (vorher gab's kein Kino), aber da sie den Anfang des Films markieren, haben wir sie uns quasi als Einführung angeschaut.
Dieser Kurs geht übers ganze Jahr, was aber keinesfalls bedeutet, dass ich weniger zutun hätte - es ist nur über einen längeren Zeitraum gestreckt: Und zwar zwei Essays und zwei Präsentationen (einmal zu einem Regisseur und einmal zum langen Essay). Dabei sind die Essays zum einen ein Kommentar zu einem der Texte aus dem Reader und zum anderen eine Untersuchung entweder zu einem Regisseuer oder zu einem theoretischen Thema (Style, Montage, etc.)

FILM 405 - Scriptwriting

Den Kurs habe ich nächste Woche das erste Mal, da gibts dann mehr Informationen dazu. Aber wir haben schon eine erste Aufgabe, die wir bis zum 1. April bewältigen sollen: Die Adaption einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe in ein Film- oder Theaterscript (nicht komplett, sondern als Idee auf zwei Seiten ausgeführt), sowie das Ausschreiben eines Film- bzw. Theaterscripts zu eben dieser Idee über 10 Minuten aus dem Stück. Die Geschichte werde ich mir nachher mal zu Gemüte führen und dann mal schauen, was meine Muse mir dazu einfallen lässt...

FILM 498 - Independent Research Project: Short Film

Hier wird's so richtig spannend! Und zwar werde ich in diesem Kurs einen Kurzfilm schreiben, produzieren, drehen, schneiden und am Ende dann als fertiges Produkt vorführen. Insgesamt sind wir zu dritt in dem Kurs, also sehr überschaubar. Das Ganze hätte eigentlich als FILM 404 -Video Production Project stattfinden sollen, aber da die Dozentin nach dem ersten Trimester in den Schwangerschaftsurlaub geht ist daraus nix geworden und diese Alternative angeboten worden. Zum Glück!!
Zwar war ich mir anfangs nicht sicher, ob ein solches Projekt machbar sein würde, vor allem angesichts der Tatsache, dass ich komplett neu in Wellington bin. Wir hatten aber letzte Woche ein Treffen mit Lee-Jane (der Dozentin) und die hat meine Sorgen diesbezüglich mehr oder weniger verfliegen lassen. Der Plan schaut folgendermaßen aus:

  • Im ersten Trimester schreiben wir das Filmdrehbuch (ca. 10-15 Minuten, also entsprechend 10-15 Seiten) und planen detailliert, wie wir das Ganze filmen wollen, was für Einstellungen, Drehorte, Protagonisten etc. Diese Informationen gehen dann als "directorial vision" (also Vision des Regisseurs) in eine Art Tagebuch, welches wir am Ende zusammen mit dem Kurzfilm abgeben
  • Ende des ersten Trimesters bzw. Anfang des zweiten suchen wir dann unsere Filmcrew zusammen. Da wir die Regisseure unserer Projekte sein werden, brauchen wir einen Kameramann, jemanden für den Ton, für das Licht und evtl. noch ein, zwei andere Personen zum Helfen. Diese Leute werden wir bei uns am Institut finden, und zwar werden die Studenten, die ein Jahr unter uns sind, sich in eine Liste für unsere Projekte eintragen können.
  • Dann gehts daran, die Produktion sowie das Drehen zu planen und, vor allem, Schauspieler zu finden! Diese können wir zum einen im Theaterdepartment finden, zum anderen gibt es aber auch diverse Schauspieleragenturen in Wellington, bei denen man nachfragen kann. Macht man dies freundlich und überzeugend genug, gibt es wohl einige Schauspieler(innen), die auch für einen no-budget-Kurzfilm Interesse zeigen
  • Das Equipment erhalten wir komplett vom Filmdepartment - die haben diverse Canon XL2 Videokameras, Lichtkoffer, einen Dolly, eine Steadycam-Ausrüstung und sogar einen Kran, welchen wir allerdings nur max. zweimal benutzen dürfen. Das gute Stück ist einfach recht aufwendig zu benutzen ;-) Desweiteren kann man aber, für die perfekte Ausleuchtung der Drehorte, für sehr sehr wenig Geld, professionelles Lichtequipment bei dem Filmstudio mieten, welches zu Weta und damit zu Peter Jacksons Einflusskreis gehört - spannend, was? Die vermieten bspw. das größte Licht, was man ohne größere Vorkehrungen in die Steckdose stöpseln kann, an Studenten für nur $20 (ca. 9EUR) am Tag!! Warum? Weil sie darauf bauen, dass erfolgreiche Studenten später für weitere, größere Projekte idealerweise im vollen Umfang Equipment ausleihen werden.
  • Außerdem sollten wir uns auch um den Sound bzw. die Musik kümmern. Soll heißen, dass wir entweder selbst kreativ werden, uns an Studenten der School of Music wenden ober einer der unzählbaren Bands in Wellington nach einem der Konzerte ansprechen.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie das alles ablaufen wird. Nun muss ich mich erstmal auf meine Filmidee konzentrieren - ich habe auch schon eine kleine, feine wie ich finde. Aber dazu später mehr, wenn die Idee weiter gereift ist :-)

Jetzt ist dieser Blog-Post mal wieder ellenlang geworden - ich höre am besten auf zu schreiben. Zum Abschluss gibt es ein paar Bilder von Wellington bei Nacht vom Mount Victoria aus fotografiert. Übrigens hat Wellington eine ganz hervorragende Bar- und Clubszene!! Gestern abend war ich mit ein paar Internationals (man könnte sie eigentlich schon Freunde nennen, da ich seit mehr als zwei Wochen mit ihnen durch die Bars hier ziehe *g*) erst im Kitty O'Sheas, einem Irish Pub, und im Anschluss im "Alice" - das ist eine Disco-Bar, die im Stil von Alice im Wunderland dekoriert ist. In einem Raum ist die Bar, an der wir zunächst einen "Tea" getrunken haben - das war ein Cocktailmix, mit Minzgeschmack...ganz klassisch im Teekännchen mit verschnörkelter Teetasse. Danach gings dann in den Nebenraum zum "Boogie Wonderland" - eine Tanzfläche mit aufleuchtenden Bodenfliesen (ganz im Saturday Night Fever) und mit entsprechender Musik. Sehr lustig :-)

Also, nun ist aber genug und mein Magen knurrt. Adios!!!

P.S. Ich habe endlich auch ein neues Logo!

P.P.S.: Und ich bin ein wenig enttäuscht, dass gar keine Kommentare hinterlassen werden...also, haut rein in die Tasten - ich möchte doch wissen, wer meinen Blog überhaupt liest!!!