Man sagt ja, dass man sich spätestens dann in Neuseeland verliebt, wenn man anfängt, das Land zu bereisen und die Landschaft zu entdecken – spätestens nach diesem Ausflug kann ich mit voller Inbrunst bestätigen, dass das wahr ist. Natürlich habe ich mich schon in den fünf Wochen vorher pudelwohl gefühlt hier – Wellington ist eine großartige Stadt – aber gegen die einmalige Landschaft Neuseelands muss auch die Hauptstadt erblassen.
Man stelle sich folgende Szenerie vor: Eine Nacht bei klarem Sternenhimmel und einer milden Brise. Durch einen Wald voll von mit Efeu behangenen Laub-, Nadel- und Palmenbäumen fließt ein mittelgroßer Bach aus heißem Wasser – auf seinem Weg abwärts passiert er zwei kleine Wasserfälle. Wasserdampf steigt vom Fluss auf, durch welchen die Strahlen Vollmondlichtes sichtbar werden.
Das ist kein Traum, sondern ein wirklich magischer Ort, den wir abends am Karfreitag entdeckt haben. Als Beweis ist hier ein Foto – etwas dunkel, aber dank zweieinhalb Minuten Belichtungszeit kann man doch in etwa erkennen, wie es ausgesehen hat:

Natürlich haben wir, an dem Fluss angelangt, uns alle prompt ins Schwimmkostüm geworfen und die nächsten Stunden in diesem Wasser bei perfekter Badewannentemperatur verbracht. Die Nacht haben wir schließlich am Flussufer gecampt – ganz besonders schön war es, am nächsten Morgen, leicht fröstelnd, in den Fluss zu steigen und sich aufzuwärmen!


Der besagte Fluss befindet sich in einem Gebiet südlich der Stadt Rotorua, etwas nördlich von der Mitte der Nordinsel. Aufgrund der vulkanischen, seismischen Aktivitäten in diesem Gebiet gibt es dort eine Vielzahl solcher heißer Quellen – vielen von denen sind jedoch blubbernde, grünlich, gelbe Tümpel, in die man nicht gerne steigen will, geschweige denn sollte. Aber daneben gibt es eben auch solche heißen Flüsse oder Seen, in welchen man dann wunderbar baden kann.

Da die Nacht an dem Fluss recht lang wurde – ich habe glaube ich erst um kurz vor fünf meine Augen geschlossen – haben wir Samstag einen recht ruhigen Tag gehabt und nicht viel gemacht. Highlight war das so genannte „Zorbing“ – dabei setzt man sich in einen riesigen Gummiball, der etwas mit Wasser gefüllt ist, und rollt dann für eine Minute einen Hügel hinunter. Lustig war’s, aber leider viel zu kurz und dafür recht teuer – aber hier ein Foto:

Danach sind wir schließlich in den Tongariro Nationalpark gefahren, wo wir im National Park Village in einem kleinen, niedlichen Hostel übernachtet haben, nachdem wir ein großartiges Nudeldinner zubereitet und verdrückt haben.
Am Ostersonntag stand dann der große Höhepunkt des Ausfluges an – der Tongariro Crossing. Das ist eine Tageswanderung durch Vulkangebiet; die bekannteste und beliebteste Wanderung auf der Nordinsel, die gleichzeitig auch als eine der schönsten Tageswanderungen Neuseelands gilt. Nachdem ich sie gemacht habe, kann ich gut verstehen weshalb. Aber ich fange besser von vorne an.
Der Tag begann für uns alle sehr früh, da uns ein Bus um 7.15 Uhr zu dem Start der Wanderung gefahren hat. Noch ein wenig müde, aber gespannt auf die Wanderung, sind wir also um kurz vor Acht gestartet. Es war noch etwas bewölkt und auch leicht kühl um die Zeit, weshalb ich ganz und gar nicht daran gedacht habe, Sonnencreme aufzutragen. Ergebnis war ein Sonnenbrand im Nacken am Ende des Tages, der am Tag darauf aber bereits gar nicht mehr wehgetan hat und mittlerweile schon wieder vollkommen weggegangen ist.


Aber zurück zur Wanderung: Am Anfang mussten wir eine leicht ansteigende Ebene überqueren, die voll von Vulkangestein und interessantem Gewächs war.


Direkt zu Anfang haben wir ein Gruppenfoto gemacht – hier könnt ihr also unsere gesamte Truppe bewundern:

Von links nach rechts: Oliver, ich, Monika, Tom, Niv, Deeps, Manu, Caitlin und Rebecca.
Danach zerstreute sich die Gruppe dann etwas – einige sind schneller gelaufen, andere haben andauernd angehalten, und ich musste natürlich alle paar Meter Fotos machen :-) Nach ca. einer Stunde haben Monika und ich einen kleinen 20-Minuten-Abstecher vom Hauptweg gemacht in Richtung der „Soda Springs“ – einem kleinen Wasserfall. Das Wasser selbst war verblüffend kalt und nach ein paar Fotos (beachtet das intensive Grün!) haben wir dann wieder die eigentliche Wanderung weitergemacht.

Die wurde dann auch konstant anstrengender, da es nach ca. eineinhalb Stunden wandern stetig bergauf ging – schließlich galt es das Hochplateau zu erreichen! Auf dem Weg konnten wir aber zum Glück so manche wunderbare Aussicht ergattern, die uns die Anstrengungen des Weges haben vergessen lassen.


Auf dem Hochplateau angekommen war es dann noch immer etwas bewölkt, weshalb wir von dem Vulkan, Mt. Ngaurahoe, noch nicht viel sehen konnten. Aber bis wir dieses Plateau durchquert und die nächsten Hügel erklommen hatten, haben sich die Wolken glücklicherweise aufgeklärt und wir konnten endlich den atemberaubenden Blick auf den Vulkan genießen!!

Da der Großteil der Gruppe für Monika und mich zu langsam war, sind wir voraus gewandert und haben uns entschlossen, den Tongariro Summit (also die Spitze des Tongariro Berges) zu erklimmen – ein Trip von ca. eineinhalb Stunden hin und zurück. Auch wenn es ein bisschen anstrengend war, hat es sich voll und ganz gelohnt. Auf dem Gipfel angekommen haben wir dann eine halbe Stunde Pause zum Mittagessen gemacht: Thunfischsandwiches, Müsliriegel und Schokolade bei diesem großartigen Ausblick:

Zwischen dem Vulkangestein sprießen - man mag es kaum glauben - hier und dort auch so manche Blumen - der Kontrast ist ganz schön:

Zurück auf dem Hauptweg ging es dann in Richtung der „Emerald Lakes“ – eine Gruppe von drei kleinen Vulkanseen, welche in kräftigen Türkisfarben schimmern.

Auf dem Weg dorthin passiert man außerdem den „Red Crater“ – schaut euch diese Fotos an, dann wisst ihr, warum er seinen Namen mehr als verdient hat:


Aufgrund unseres kleinen Extratrips zum Tongarirogipfel mussten wir uns dann ein wenig sputen, um rechtzeitig um 16.30 Uhr am Endpunkt anzukommen und den Bus nicht zu verpassen. Also ging es recht zügig am „Blue Lake vorbei, welchen ich natürlich in voller Gänze fotografisch festhalten musste:

Danach ging es dann wieder leicht bergab, durch ein weiteres Plateau und wieder bergauf – ein Blick zurück und es eröffnete einem diese gigantische Aussicht auf Mt. Ngaurahoe und den Red Crater. Man kann unten im Bild ein paar Personen sehen, ganz klein, die das Plateau durchqueren. Die weiten Flächen gesäumt von den Vulkanen sind wirklich atemberaubend!

Als wir dann den erneuten Aufstieg hinter uns gebracht hatten, verschwand die Aussicht hinter dem Hügel und der Abstieg hinunter zum Endpunkt begann. Aber wer jetzt denkt, dass dieses letzte Stück von zwei Stunden Wanderung langweiliger oder weniger spektakulär wäre als die Vulkanpassierung, der täuscht sich gewaltig. Der Weg hinab schlängelt sich um diverse Hügel und das Faszinierende daran ist, dass man hinter jeder Kurve neue Pflanzen und Gräser hat sehen können.


Zudem passiert man eine weitere heiße Quelle, durch die ein Fluss fließt.

Und auch ein Blick nach oben wird belohnt mit wunderschönen, pictoresquen Landschaftsbildern.

Ebenso eindrucksvoll war auch die Aussicht auf das Tal, welches man von dem Berg aus wunderbar einsehen konnte – im Vordergrund lag ein See, umrundet von Wäldern im Hintergrund, hinter einer Hügelkette war ein weiterer, größerer See zu erkennen, aus welchem kleine Inselchen ragten.

Gegen Ende mussten wir uns dann ganz gewaltig beeilen, da die Abfahrtszeit des Busses doch in großen Schritten (gefolgt von unseren noch größeren Schritten) näher rückte. Auf dem Weg hinab passiert man eine kleine Hütte und wenige Meter darunter trafen Monika und ich dann auch wieder auf den Rest unserer Gruppe, die gedacht hatten, dass wir ihnen bereits voraus wären.

Zusammen haben wir dann den Rest des Wegs gemeistert – dieser ging schließlich durch einen dschungelartigen Walt voll von gigantischen Farnen, Palmen, Laubbäumen und einem Bach, der seinen Weg hindurch wand.
Zum Glück haben wir den Bus dann auch erfolgreich erreicht – allesamt begeistert von der großartigen Tour, aber allesamt ebenso erschöpft, da wir 17km (Monika und ich gar 20km) durch alpines Vulkangebiet gespurtet waren. Dementsprechend gut haben wir dann auch alle abends (nach einem Gemüse-Reisnudel-Curry) geschlafen. Allerdings erst nachdem wir alle nach dem Abendessen nach draußen auf die Wiese gegangen sind, uns unterhalten und dabei die Schafe (mehr oder weniger bewusst) ein wenig herumgescheucht haben…hoffentlich ist deren Fleisch nun nicht zäher geworden durch den unerwarteten Abendstress ;-)
Montag stand schließlich die Rückfahrt auf dem Programm. Dies ist unser Van mit Gepäckanhänger - Tom hat diesen als gemütliche Ruhefläche entdeckt.

Ich habe die meiste Zeit vor mich hingedöst und ca. 7 Stunden und einige kleine Staus später sind wir im windigen Wellington angekommen bei noch immer schönen, milden Wetter.

Das Wetter ist auch bis heute schön geblieben, jetzt regnet es aber gerade etwas und es ist auch etwas stürmisch. Ich hoffe nur, dass das Wetter in zwei Wochen wieder gut ist, denn dan liegt bereits der nächste Trip an – ich habe zwei Wochen frei und werde eine dieser Wochen auf der Südinsel verbringen!!
Nun ist dieser Beitrag aber schon ins Endlose gewachsen und hat viel zu viele Fotos. Ich hoffe, dass das Laden der Seite nicht allzu lange dauert. Aber keine Sorge, für heute mache ich hier erstmal Schluss.
Gruß aus Wellington ans kalte Deutschland!
P.S.: Ein Hinweis noch - im Fotoalbum gibt es noch viel, viel mehr Fotos von dem Tongariro-Trip. Also, werft mal einen Blick hinein!!!

2 Kommentare:
Oh Mann, das ist ja der Hammer! Hier haben wir 10 Grad und Regen. Besonders die Panorama-Bilder sind ja einfach der Wahnsinn! Viel Spaß weiterhin beim reisen. Voller Neid grüßt
Seim
buah...
wie, sorry, geil ist das denn!!!
Dani??? Du kommst doch noch zurück???
*fg Chrissy
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