Mittwoch, 19. März 2008

Kayaking im Rangitikei

Das Wochenende ist überstanden und ich habe meinen Ausflug mit dem Kayak-Club wohlbehalten überlebt - allerdings muss ich zugeben, dass ich insgesamt dreimal den Fluss von unterhalb der Wasseroberfläche (soll heißen: kopfüber) habe bewundern dürfen...war aber alles halb so schlimm. Zum einen hatten wir ja die Gruppenleiter dabei, die uns entweder wieder umgedreht haben oder, wenn das nicht ging, dann konnten wir einen so genannten "wet exit" vollziehen - also einfach aus dem Kayak herausschwimmen, was man aber tunlichst nur im Notfall machen sollte, da man nämlich hinterher sein Kayak im Fluss hinterher jagen (lassen) muss.

Nun aber etwas detaillierter zum Wochenende. Samstagfrüh haben wir uns alle (insgesamt sechzehn Beginner) um 8.30 Uhr vor der Garage mit der Kayakausrüstung getroffen - glücklicherweise ist die direkt unterhalb der Uni-Hauptgebäude gelegen und somit nur 5 Minuten von mir entfernt...also konnte ich mehr oder weniger (zumindest halbwegs) ausschlafen. Zusammen haben wir dann die Kayaks aus der Garage gehievt, samt Ausrüstung, und alles auf und in einem Anhänger untergebracht - hier zwei Fotos:





Wie man auf den Fotos erkennen kann, hatten wir schon zur Abfahrt wunderschönes Wetter - blauen Himmel und Sonnenschein. Dieses Wetter blieb uns zum Glück über das gesamte Wochenende erhalten, so dass es einem auch bei diversen, plötzlichen Tauchaktionen im Fluss nicht kalt wurde.

Jedenfalls haben wir uns nach dem Aufteilen und Einpacken und Zuschnüren der ganzen Ausrüstung auf mehrere Autos verteilt und sind ca. 4 Stunde gen Norden zum Fluss Rangatiki gefahren. Ich war im Van mit 9 anderen und habe vorne neben James gesessen, einem der Gruppenleiter. Auf der Fahrt hat mir James neben diversen Kayakabenteuern u.a. in Indien auch von seinem Job erzählt, und zwar baut er Häuser. An sich nichts besonderes, denn schließlich machen das hier in Wellington durchaus viele Leute. Verblüffend fand ich es dann aber doch, als James meinte, dass er Häuser oft alleine baut - ja genau, alleine! Das dauert dann ca. 5 Monate. Ich finde es ja schon schwer, so manches IKEA-Möbelstück alleine und ohne Hilfe aufzubauen...aber ein ganzes Haus?? Tja, aber es scheint zu funktionieren...

Am Rangitikei angekommen sind wir zunächst in ein Schwimmbad gefahren, wo wir, nach einem kurzen Mittagessen, diverse Techniken im Kayak trainiert haben - vor allem, wie man möglichst gerade und kraftvoll vorwärts paddelt, ohne hin und her zu segeln und wie man effektiv kurzen schwimmen kann. Letzteres sollte sich später im Fluss als besonders wichtig erweisen. Nach der Schwimmbadsession sind wir dann auch direkt zum Rangatiki gefahren, haben die Kayaks abgeladen und uns in die entsprechende Schale geworfen: warmhaltende Polyproylen-Hosen und Langarmhemden, Shorts, Windjacke, Schwimmweste und Helm. Damit gewappnet ging's dann runter zum Fluss und in die Kayaks:



Dort haben wir dann den großteil vom Samstagnachmittag geübt, wie man von Ruhezonen im Fluss (so genannten "Eddies") in den Flussstrom schwimmt, ohne vom Wasser umgekippt zu werden. Dazu muss man in der Ruhezone ein Stück flussaufwärts schwimmen, möglichst im 45-Grad-Winkel den Strom anvisieren und beim Auftreffen auf den Strom die gegen den Strom zeigende Seite des Kayaks mit der Hüfte leicht anheben, während man gleichzeitig das Kayak durch kräftige Paddelbewegungen auf der anderen Seite ausbalanciert. Dadurch sollte man dann idealerweise mittels einer galanten Kurve im Flussstrom landen - bei uns Anfängern war die Kurve jedoch entweder kaum galant oder, im schlimmsten Fall, gar nicht vorhanden, was dann nicht selten einen Tauchgang zur Folge hatte.
Nach einigem Üben sind wir den Fluss dann ein paar hundert Meter hinuntergefahren, wobei wir die ersten Flussschnellen passiert haben - da habe ich dann so richtig gemerkt, wie wackelig man eigentlich im Kayak sitzt...aber ich bin nicht umgekippt :-) Das habe ich mir vielmehr aufgehoben bis kurz vor der Stelle, an der wir aus dem Fluss gestiegen sind. Beim Aussschwimmen aus dem Flussstrom in den Eddie (die Ruhezone) habe ich das Hüftenheben, Paddeln und Ausbalancieren nicht ganz so koordiniert hingekriegt und als Dank hat sich mein Kayak herumgedreht... Danach konnte ich das Abendessen kaum abwarten :-)
Zum Abschluss des Abends sind wir nochmal alle runter zum Flussufer gegangen, wo wir ein Lagerfeuer angefacht haben, auf dem wir dann ganz hervorragende Marshmellows geröstet und Bier getrunken haben - das alles unter einem klaren Sternenhimmel!

Nach einer etwas unruhigen Nacht (irgendwie konnte ich auf der Schaumstoffmatte nicht wirklich einen gemütlichen Punkt zum Schlafen finden) sind wir Sonntagfrüh zeitig aufgestanden und waren nach dem Frühstück und dem Abbauen der Zelte bereits um 9.30 Uhr wieder auf dem Rangatiki - diesmal für eine 5km Tour! Wir wurden in kleinere Gruppen eingeteilt mit jeweils einem erfahrenen Gruppenleiter, der uns vor einer Flussschnelle jeweils gesagt hat, wie wir da am besten durchschwimmen sollen. Bis auf zwei Tauchaktionen habe ich diese Tour ohne größere Blessuren (nur zwei kleine blaue Flecke am Bein) überstanden. Solange man im Strom des Flusses schwimmt und nicht gerade durch eine Schnelle jagen muss, ist das Schwimmen im Kayak durchaus entspannend - man kann sich zurücklehnen und den Fluss hinunter gleiten lassen, während man die Landschaft links und rechts an sich vorbeiziehen sieht. Schwierig wird's eigentlich nur im Übergang von Strom und Ruhezone bzw. wenn man durch eine Schnelle schwimmt, nicht rechtzeitig vor einem Felsen ausweicht und das Kayak dann wenig galant dagegen schwimmt und sich aus Protest umdreht....ja, ich spreche hier aus Erfahrung... ;-)





So, nun ist dieser Eintrag wieder reichlich lang geworden, aber ich musste ja ausführlich von meinem ersten Ausflug berichten! Am Osterwochenende liegt übrigens bereits der nächste Ausflug an - zu zehnt geht's dann, wie geplant, in den Tongariro Nationalpark, wo wir eine der angeblich schönsten Wanderungen Neuseelands machen wollen...hoffentlich macht das Wetter mit, welches hier mitunter sehr wechselhaft sein kann.

Jetzt ist's mal wieder Zeit für's Bett - viele Grüße eines Wanderers aus Neuseeland :-)

Zum Abschluss noch ein paar Fotos (diese und mehr gibt's wie immer im Fotoalbum!!!)



1 Kommentar:

Chrissy hat gesagt…

Hi Dani.... nicht dass du wieder sagst " es liest keinen deinen Blog"!!!!!
DOCH ICH TUE ES!!!
nachdem ich endlich wieder online bin....
(blöder Virus!!! musste mein Windows neu machen)
.... kann ich auch wieder deine "Abenteuer" verfolgen :-)

Ganz liebe Grüße
sendet dir
Christin